Igor Wandtke löst das Olympia-Ticket für Tokio 2020

Aleae iactae sunt– die Würfel für die Athleten-Nominierungen für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio sind gefallen. Mit Giovanna Scoccimarro und Igor Wandtke wird der NJV beim wichtigsten Sportereignis der Welt vertreten sein.

Foto: IJF / Gabriela Sabau

Am Dienstag traf sich der Trainerausschuss des Deutschen Judo-Bundes im Beisein des Deutschen Olympischen Sportbundes, um die Nominierungen für die Olympischen Spiele zu beschließen. Den finalen Ausschlag gaben nach einer langen Qualifikationsphase die Leistungen, die die Athleten vor heimischem Publikum beim Grand Slam in Düsseldorf erbrachten. Gerade dort konnten die beiden niedersächsischen Olympia-Hoffnungen ein letztes Mal überzeugen und sich das Ticket nach Tokio sichern.

Weil jede Nation nur einen Kämpfer pro Gewichtsklasse zu den Olympischen Spielen schicken darf, waren gerade die internen nationalen Duelle von Spannung geprägt.

Sowohl in der Klasse -70 kg als auch -73 kg hatten es die Niedersachsen mit starken deutschen Konkurrenten zu tun, die sich ebenfalls durch gute Leistungen in den vergangenen Monaten für Tokio ins Rennen gebracht hatten. Schließlich behielten Giovanna Scoccimarro (MTV Vorsfelde) und Igor Wandtke (Judo-Team Hannover) aber die Oberhand – sodass wir nun mit zwei Athleten im August mitfiebern können.

In der Gewichtsklasse -70 kg fiel die Entscheidung besonders schwer. Denn sowohl Giovanna Scoccimarro, als auch die Schleswig-Holsteinerin Miriam Butkereit haben sich in diesem Olympiazyklus durch Spitzenleistungen in den Top 20 der Weltrangliste etabliert. Letztendlich konnte sich Scoccimarro Ende letzten Jahres durch den dritten Platz beim Grand Slam in Osaka und nun in Düsseldorf von ihrer Konkurrentin absetzen. Mit drei Podest-Platzierungen bei Grand Slams seit Oktober 2019 zeigte sie einmal mehr, dass sie zur absoluten Weltspitze gehört. Die Erfüllung des Traums von den Olympischen Spielen hat sie sich durch jahrelange konstante Topleistungen hart und verdient erarbeitet.

Bei den Männern – gerade in der Gewichtsklasse -73 kg – ging es ähnlich knapp zu. Seit Beginn der Qualifikationsphase waren die beiden Deutschen auf einem ähnlichen Leistungsniveau und mit ähnlicher Punkteausbeute im Olympiaranking auf der IJF World Tour unterwegs. Vor allem Igor Wandtke zeigte aber zuletzt, dass er an guten Tagen jeden Athleten aus der Weltspitze schlagen kann. Gerade der Sieg gegen den Weltranglistenersten Rustam Orujov (AZE) bestätigte diese Tendenz und leitete die aufsteigende Formkurve Wandtkes mit der Silbermedaille beim Grand Slam in Abu Dhabi im vergangenen Oktober ein. Eine weitere Medaille bei den Oceanian Open in Perth und die drei gewonnenen Kämpfe beim Heim Grand Slam, bei dem Konkurrent Anthony Zingg in der ersten Runde ausschied, gaben schließlich den Ausschlag. Nach der Olympiateilnahme 2016 kann der Wahl-Hannoveraner jetzt auch für die Olympischen Spiele in Tokio planen.

Die Olympia-Nominierungen des DJB im Überblick:

-60 kg: Moritz Plafky, JC Hennef / Nordrhein-Westfalen (28)
-66 kg: Sebastian Seidl, TSV Abensberg / Bayern (26)
-73 kg: Igor Wandtke, Judo-Team Hannover / Niedersachsen (24)
-81 kg: Dominic Ressel, TSV Kronshagen / Schleswig-Holstein (5)
-90 kg: Eduard Trippel, JC Rüsselsheim / Hessen (16)
-100 kg: Karl-Richard Frey, TSV Bayer 04 Leverkusen / Nordrhein-Westfalen (21)
+100 kg: Johannes Frey, JC 71 Düsseldorf / Nordrhein-Westfalen (18)

-48 kg: Katharina Menz, TSG Backnang / Württemberg (15)
-57 kg: Theresa Stoll, TSV Großhadern / Bayern (10)
-63 kg: Martyna Trajdos, 1. JC Zweibrücken / Pfalz (5)
-70 kg: Giovanna Scoccimarro, MTV Vorsfelde / Niedersachsen (10)
-78 kg: Anna-Maria Wagner, KJC Ravensburg / Württemberg (4)
+78 kg: Jasmin Grabowski, 1. JC Zweibrücken / Pfalz (26)

Die endgültige Nominierung für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio erfolgt am 16. Juni durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB).